Katholische Klinikseelsorge Pforzheim


   


    unser Angebot     Gottesdienste     Logo     zur Startseite

 
 
Die Sakramente
 
Sakramente sind "Zeichen der Nähe Gottes"
 

Wir Menschen verständigen uns nicht allein mit Worten, wir kennen auch eine Sprache der Gesten, Gebärden und Zeichen. Mit Symbolen können wir bedeutungsvolle Wirklichkeiten sichtbar machen und sie zugleich auch bekräftigen. So äußern wir etwa bei einer Begrüßung nicht nur mit Worten unsere Zuneigung, sondern wir vollziehen die menschliche Nähe in einem Ritual, indem wir uns z.B. die Hand geben oder einander umarmen. Eine Gebärde kann manchmal mehr aussagen als viele Worte.


Gerade die Liebe findet von jeher Zeichen, in denen sie sich ausdrücken kann. Das lateinische Wort für Zeichen heißt "sacramentum". Sakramente sind Zeichen der gegenwärtigen Liebe Gottes. Sie wird in eine konkrete Lebenssituation hinein zugesprochen und im symbolhaften Geschehen vollzogen.


Einige Sakramente, die im Bereich der Klinikseelsorge gewünscht werden, seien hier kurz skizziert:

 

 
Die Taufe mit Wasser
 

dem elementaren Symbol des Lebens - macht deutlich: dieses "Menschenkind" ist von seinem Ursprung an ganz eingetaucht in die Liebe Gottes. Es ist nicht nur für einige Jahre auf dieser Erde bestimmt, sondern für ein bleibendes Leben in der Gemeinschaft mit Gott und seinen Erlösten.


Mit der Taufe von Neugeborenen ist in der Regel auch die Namensgebung verbunden; sie macht unsere Glaubensgewissheit deutlich: Dieses Kind ist von Gott "beim Namen gerufen", er wollte die Welt nicht ohne es, es ist und bleibt als Person einmalig, unverwechselbar und unersetzbar.

 

 
In der Beichte
 

werden mit einer von der Glaubensgemeinschaft beauftragten Person Aspekte des Lebens angeschaut, abgewogen und im Zusammenhang der eigenen Lebensgeschichte bewertet. Hier werden noch belastende Themen besprochen, es wird nach Wegen gesucht, wie Versöhnung mit sich selbst, mit anderen und mit Gott gelingen kann.


In der formellen Beichte spricht der Priester uns ausdrücklich und persönlich zu, dass Gott unsere Schuld vergibt, uns uneingeschränkt annimmt und dass vor Gott jetzt alles gut wird.

(E. Weiher)

 

 
Bei der Krankensalbung
 

wird dem kranken Menschen die Hand aufgelegt und dann mit Salböl ein Kreuzzeichen auf die Stirn und in die Handflächen gezeichnet. Handauflegung ist eine uralte Geste der Menschheit, um Schutz und Nähe auszudrücken und göttliche Heilkraft herabzurufen.


Das Salben mit Öl als behutsame Geste der Zuwendung gibt der kranken Person zu verstehen: Du bist in deiner Krankheit nicht allein gelassen. Du kannst auf Gottes heilende Kraft vertrauen, und du sollst dich auch begleitet wissen von der Glaubensgemeinschaft.


Das Wort "Gesalbter" drückt in der Bibel die höchste Bedeutung aus, die Gott dem Menschen zuspricht. Auf Griechisch heißt das Wort "Christos". Es wurde zum Ehrennamen für Jesus, der unverfälscht gelebt hat, was damit gemeint ist.


Patienten können die Krankensalbung bei jeder ernsthaften Erkrankung empfangen: der Ritus ist dann verstanden als Ermutigung und Stärkung, sich Gott anzuvertrauen und die Krankheit mit seiner Hilfe zu bestehen.


Oft wird die Krankensalbung auch bewusst als Vorbereitung auf den Tod gewünscht. Dann - im Blick auf das nahe Sterben - wird die Salbung als Abschieds- und Übergangsritual verstanden ("Letzte Ölung"). Der Ritus vermittelt dann zwischen dem diesseitigen und jenseitigen Leben und bezeugt die Verlässlichkeit Gottes, der uns im Sterben nicht fallen lässt, sondern uns in das neue Leben führt.

 

 
Bei der Feier der Eucharistie
 

("Hl. Messe") oder der Kommunion (mit einem kleinen Gottesdienst im Krankenzimmer) wird die Liebe Gottes im Zeichen des Mahles sinnlich-spürbar vollzogen. Bei seinem "letzten Abendmahl" hat Jesus den Jüngern damals in Jerusalem seine intensive Verbundenheit gezeigt. Indem er ihnen Brot und Wein austeilte, deutete er sein eigenes Leben und sein bevorstehendes Sterben als Hingabe. Sein ganzes "leibhaftiges" Dasein, seine Verbundenheit mit Gott, was immer zu ihm gehört, schenkt er - heute wie damals - denen, die an seinem Mahl teilnehmen.


Zugleich gab er dieser Mahlfeier auch eine zukunftsträchtige Dimension: sie nimmt schon etwas vorweg vom kommenden "Mahl im Reich Gottes", d.h. von der versprochenen unmittelbaren Gemeinschaft mit Gott.

 

 
Seitenanfang